Experiment 3088 ….. oder 'Eine Frage der Endlichkeit'

Du kannst dein Leben nicht verlängern, noch verbreitern… nur vertiefen (Gorch Fock)

Finanzielle Freiheit: Geld spielt (k)eine Rolle (Tag 685)

Meine Urgroßeltern aus Niederbayern

Meine Urgroßeltern aus Niederbayern

Manchmal gleichen sich die Dinge, als ob es ein Echo gäbe in der Zeit: Wie berichtet, war ich Anfang Mai auf einer Messe in Bremen. Dort traf ich auf eine Stiftung, die im Juni ein Symposium mit dem Schwerpunkt Bestattungen veranstaltet unter dem Titel Geld spielt (k)eine Rolle‘.

Zwei Tage später erhielt ich aus einer ganz anderen Ecke die Einladung zur Blogparade von Linda und Ihrem Blog MyMoneyMind und Ihrer Parade ‚Geld-spielt-keine-Rolle‘ an der ich hiermit gerne teilnehme. Kurios, oder? Aber für mich ein willkommener Anlass mal wieder über das ‚liebe Geld‘ zu schreiben. Der aufmerksame Leser hat schon den einen oder anderen Hinweis erhalten, wie ich über Geld im Allgemeinen denke, Anhaltspunkte findet ihr z.B. hier (Tag 34, Tag 203 oder Tag 211).

Also um es schon mal klar zu stellen: ICH MAG GELD. Ich lade gerne Leute ein, ich gehe ab und zu mal gerne nach Herzenslust shoppen, ich kaufe und ich konsumiere gerne. Und dazu braucht man Geld. Außerdem – und das weiß ich aus eigener Erfahrung – beruhigt Geld meine Nerven und lässt mich besser schlafen.

Was ich nicht mag ist, dass in unserer Gesellschaft viel zu viel am Geld festgemacht wird. Die Wertigkeit eines Menschen zum Beispiel oder der Wert von Leistungen. „Was nichts kostet ist nichts wert…“. Und das stimmt nicht.

Und außerdem: die wirklich wichtigen Dinge haben mit Geld nichts zu tun und können mit Geld nicht gekauft werden: Lebenszeit oder Gesundheit zum Beispiel, Liebe und ‚Glücklich sein können‘, Geborgenheit oder etwas was meiner Meinung nach total unterschätzt wird: Das Nichtwissen. Denn wenn wir ehrlich sind, würden wir oft gerne viel geben um etwas wieder vergessen zu können. Aber auch das ‚Nichtwissen‘ kann man sich mit Geld nicht zurück kaufen.

Ich möchte euch zum Schluss eine Geschichte erzählen, die meine Einstellung zu Geld vielleicht am besten wiedergibt. Sie ist mir irgendwann über den Weg gelaufen und begleitet mich schon viele Jahre lang:

Am Rande eines großen Waldes lebten einst ein Bauer und seine Frau. Die beiden waren fleißig und sparsam, trotzdem reichte das Geld immer nur für das Nötigste.

Dann kam ein besonders guter Sommer, das Gras auf der Weide war saftig wie nie, das Gemüse wuchs ganz fabelhaft und die Kühe gaben mehr Milch oder gebaren besonders kräftige Kälbchen. Als der Herbst kam hatten sich die beiden ein nettes kleines Säckchen voller klingender Münzen erwirtschaftet.

Aber was sollten Sie nun mit ihrem neuen Reichtum tun? Sie überlegten hin und überlegten her. Er wollte einen neuen Zaun, sie einen größeren Gemüsegarten. Er mehr Vieh – sie eine größeren Stall. Einige Wochen gingen ins Land und die beiden wurden sich nicht einig. Schließlich entschlossen Sie sich, das Geld erst einmal als ‚eiserne Reserve‘ zu vergraben und zwar hinter dem Haus unter einer großen Buche. Gesagt, getan, das Geld war erst einmal gut aufgehoben.

Der nächste Winter kam und die beiden mussten feststellen, dass das Dach undicht war. Der Mann schlug vor, dafür das Geld zu investieren, aber seine Frau zögerte und wollte noch warten. Vielleicht würden sie das Dach ja auch ohne das Geld wieder dicht kriegen?

Und so war es dann auch. Im Sommer darauf kippte der Weidezaun um, jetzt war die Bäuerin bereit die eiserne Reserve zu heben. Doch der Bauer wollte nicht und lieber versuchen den Zaun selbst zu reparieren. Was ihm auch gelang. So gingen viele Jahre ins Land. Oft waren die beiden versucht das Geld auszugraben, aber immer zögerten sie diese Sicherheit anzugreifen. Und sonderbarerweise brauchten Sie diese auch nie, es ging nämlich immer irgendwie ohne.

Und wenn sie nicht gestorben sind, dann…aber halt: Etwas habe ich vergessen zu erwähnen. Am gleichen Abend, als die beiden ihre Münzen unter der Buche vergruben, strich ein Dieb durch den Wald und beobachtete die beiden bei ihrem Tun. Und sobald es richtig dunkel war, ging er zu der Stelle an der die beiden Ihr kleines Vermögen vergraben hatten und nahm das Säckchen an sich. Und feierte in der nächsten Stadt drei Tage lang ein großes Fest.

Fazit: Nicht das Geld spielt eine Rolle, sondern das was es mit uns macht. Es gibt uns Sicherheit, weil wir daran glauben und diese Sicherheit hilft uns unseren Weg zu gehen. (Genau die gleiche Erkenntnis hatte übrigens Meike Winnemuth in Ihrem Buch ‚Das große Los‘ ;-))

Wie denkt ihr darüber? Lasst doch mal hören?

4 Kommentare zu “Finanzielle Freiheit: Geld spielt (k)eine Rolle (Tag 685)

  1. Hallo Susanne,
    das es ein Symposium unter genau dem gleichen Namen gab, wusste ich nicht. Ich dachte, ich wäre besonders kreativ gewesen 😉
    Freut mich, dass du mitgemacht hast!

    Lieben Gruß
    Linda

  2. Susanne
    05.06.2015

    Gerne und hat Spaß gemacht… und ich fand es auch ganz bemerkenswert, dass innerhalb von 2 Wochen das Thema aus zwei ganz verschiedenen Richtungen auf mich zu kam 🙂

  3. Pingback: Geld im Säckchen und Anzug im Schrank (Tag 699) | Experiment 3088 ..... oder 'Eine Frage der Endlichkeit'

  4. Pingback: Zusammenfassung meiner Blogparade "Geld spielt (k)eine Rolle" - MyMoneyMind

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Dieser Eintrag wurde veröffentlicht am 04.06.2015 von in 2015, Archiv, Gegenwart, Geschichten, Grundgedanke, Juni 2015 und getaggt mit , , , , , .

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