Experiment 3088 ….. oder 'Eine Frage der Endlichkeit'

Du kannst dein Leben nicht verlängern, noch verbreitern… nur vertiefen (Gorch Fock)

Spielfehlerschluss (Tag 81)

Türen

Türen und Entscheidungen

In dem Buch „Die Kunst des klaren Denkens“  geht Rolf Dobelli auf einige Denkfehler ein die Menschen so machen und auf die sie dann unglücklicherweise oft ihre Entscheidungen gründen.

In dem Kapitel  ‚Warum es keine ausgleichende Kraft des Schicksals gibt‘ erzählt er eine Geschichte aus dem Sommer 1913, als im Casino von Monte Carlo die Kugel 26 mal hintereinander auf Schwarz fällt. Am Ende dieser Serie sind viele Spieler bankrott. Sie hatten ihr Geld immer wieder auf Rot gesetzt: Die Wahrscheinlichkeit schien einfach sehr hoch, damit zu gewinnen.

Er nennt das Phänomen „Gambler’s Fallacy“ (Spielfehlerschluss) und stellt fest, dass es bei unabhängigen Ereignissen keine ausgleichende Kraft gibt. Die Kugel kann sich nicht daran ‚erinnern‘, wie oft sie schon auf Schwarz liegen geblieben ist.  Für die Kugel ist jedes Spiel ein neues Spiel und damit stehen die Chancen immer 50:50 dass sie auf eine der beiden Farben fällt.

Diese Geschichte hat mich ein bisschen nachdenklich gemacht. Denn ist es im Leben nicht genauso?

Ganz egal was wir geleistet haben bis wir hierher gekommen sind, es gibt keine Sonderchancen dafür. Für jeden gelten die gleichen Regeln wie für alle anderen auch. Auch wenn jemand eine schlimme Zeit hinter sich hat, auch wenn er lange Jahre gegen etwas gekämpft und endlich gewonnen hat: Dafür gibt es keine ‚Spielerleichterung‘.  Jeder Tag ist ein neuer Tag, für jede Begegnung und jede Entscheidung werden die Karten neu gemischt.

Das Leben ‚weiß nicht‘ welche schlimmen Zeiten wir bisher überstanden habe. Es gilt: Jeder Tag ein neuer Tag.

Das Einzige was ich selbst dafür kriegen kann – und das gilt vermutlich für alle Dinge im Leben – ist der Nutzen für meine Kraft und meine Seele:  die Erkenntnisse die ich gewonnen habe zum Beispiel, die ‚Werkzeuge‘ die ich mir erarbeitet habe, damit ich die schlimmen Zeiten besser überstehe, die Gewissheit dass immer alles irgendwie weitergeht.

Das kann mir keiner nehmen, weil es mir auch keiner geschenkt hat. Das muss ich mir selbst erarbeiten, mit meiner eigenen Kraft und dafür muss ICH kämpfen. Und daher gehört es MIR. Quid pro quo.

Und bevor man etwas tut, bevor man seine Entscheidungen trifft sollte man sich darüber klar sein, was genau man damit eigentlich erreichen will.

Was erhoffe ICH mir damit und was kann ICH wirklich erreichen? Und WILL ich das WIRKLICH?

Und die Antworten darauf sollte man dann auch immer wieder mal überprüfen, denn wenn man eine Entscheidung getroffen hat, die einem zu einem bestimmten Ziel bringt,  dann heißt das nicht, dass sie in einem halben Jahr oder in fünf Jahren noch genau so gültig ist. Vielleicht haben sich die Ziele geändert.

Denn jeder Tag ist ein neuer Tag.

Ein Kommentar zu “Spielfehlerschluss (Tag 81)

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