Experiment 3088 ….. oder 'Eine Frage der Endlichkeit'

Du kannst dein Leben nicht verlängern, noch verbreitern… nur vertiefen (Gorch Fock)

Weg aus der Dunkelheit (Tag 56)

Der alte Thalkirchner Bahnhof an der alten Isartal-Bahn-Trasse

Der alte Thalkirchner Bahnhof an der alten Isartal-Bahn-Trasse

Letzte Woche – als noch Sommer war – war ich spät abends mit dem Rad unterwegs von Untergiesing nach Solln.  8 km Heimweg durch ein teilweise schon schlafendes München,  vom Canidplatz die leeren Straßen entlang, vorbei am Tierpark Hellabrunn – der nach einem anstrengenden Ferientag mit tausenden Besuchern endlich zu Ruhe gekommen war – an der Thalkirchner Brücke über die behäbig dahin fließende Isar, und dann ein Stück entlang des Isarkanals, vorbei an der neu gebauten, superschicken und exklusiven Wohnanlage.

Die Anlage ist kinder- und fußgängerfreundlich angelegt, ein breiter Asphaltweg führt durch die Spielplätze und Grünanlagen und auch nachts ist alles gut beleuchtet, hell und freundlich…bis man am Ende zu den alten Backstein-Hallen kommt, die aus der früheren Bebauung als Güterbahnhof noch übrig geblieben sind. Dort gibt es keine Straßenbeleuchtung mehr.

Ganz im Gedanken bin ich trotzdem weiter geradelt, die ersten Meter noch im Zwielicht der hinter mir liegenden Beleuchtung…..bis ich um eine Ecke gebogen bin und mich plötzlich in völliger Dunkelheit befand. So dunkel, dass ich nicht einmal mehr die Hand vor den Augen sehen konnte!!!

Ich kenne den Weg im Tageslicht und weiß dass er eigentlich recht breit ist, ein bisschen holprig, gut ausgebaut und nicht sehr gefahrvoll. Aber so ganz ohne Licht?

Meine kleine Fahrradlampe beleuchtete notdürftig die kommenden 90 cm vor mir und ich spürte ein bisschen Panik aufsteigen. Stehenbleiben war keine Möglichkeit, denn wäre ich stehen geblieben wäre auch dieses letzte Licht verschwunden und ich hätte überhaupt keine Orientierung mehr gehabt. Also in Bewegung bleiben…

Und so bin ich weitergefahren, und mit jedem Meter den ich zurückgelegt habe, konnte ich den nächsten Meter vor mir sehen.

Und am Ende war alles gut… und ich wieder auf der Straße

Und da ist mir aufgefallen, dass es im Leben genau so ist: Man kann nicht immer gleich sehen wohin einen das Leben führt. Man muss den Weg erst einmal gehen und ein gutes Stück weit darauf vertrauen dass er einen gut zum Ziel bringt. Und wohin es geht, kann man dann oft erst sehen wenn man angekommen ist…

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Dieser Eintrag wurde veröffentlicht am 12.09.2013 von in Allgemein, Archiv, Gegenwart, Grundgedanke, September 2013 und getaggt mit , , , , , , , .

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